Annonce für die Ermano Uhrwerke GmbH.

Das 250jährige Schmuckjubiläum der Pforzheimer Zeitung („Goldstadt 250“) nimmt seit einigen Monaten Konturen an. Das sorgt besonders bei Unternehmen aus der Schmuck- und Uhrenindustrie den Wunsch, im Jubiläum mit eigenen Auftritten vertreten zu sein. So auch der traditionsreiche Uhrenzulieferer Ermano Uhrwerke GmbH, der seit 1945 zuverlässig die Uhrenindustrie mit Produkten und Dienstleistungen beliefert.

Bei Ermano-Geschäftsführer Jochen Stahl bestand der Wunsch, sich mit einer großformatigen, unverwechselbaren Annonce für eine Publikation zu Goldstadt250 zu präsentieren. Die Annonce soll dabei mit historischem Bild- und Aktenmaterial spielen, das in den Archiven des Unternehmens schlummert.

Für die Annonce wurde zusammen mit dem Pforzheim Fotografen Alessandro Smarazzo eine Tabletop-Szenerie inszeniert, auf der historische Unterlagen des Unternehmens scheinbar zu einer laufenden Recherche ausgebreitet sind.

Montiert wurde das Bild danach in eine mit Adobe InDesign erstellte Seite. Das Motiv dient zusätzlich auch in einem großformatigen Druck als Plakatmotiv in der unternehmenseigenen Präsentation.

Redesign des Gerstelblog.

Mein erstes Kundenprojekt überhaupt ist das Gerstelblog, das Corporate Weblog des Autohaus Gerstel. Seit 2010 ist es das wichtigste Kommunikationsmittel für die Öffentlichkeitsarbeit des Autohauses. In den vergangenen sechseinhalb Jahren hat es das Autohaus und auch die Marke Opel mit derzeit über 1.000 Einträgen eng begleitet. Sechseinhalb Jahre sind im Zeitalter des Internets viel Zeit. Ein Redesign war deshalb dringend notwendig, denn das bisherige WordPress-Theme wurde noch auf dem technischen Stand der WordPress-Version 2.9.2 erstellt – seitdem wurde WordPress mit 18 (!) Hauptversionen weiterentwickelt. Die sehr gute Abwärtskompatibilität von WordPress zeigt sich hier, denn das Gerstelblog-Theme auf Basis eines frei verfügbaren Themes musste in dieser Zeit nur minimal angepasst werden. Dennoch sammelte sich im Laufe der Zeit ein größerer Technologiestau an. Das bisherige Theme war nicht responsive, setzte ein rudimentäres Framework ein und war aus diesen Gründen schwerfällig und auch nicht mehr gut für Suchmaschinen zugänglich.

Weblog-Ausrichtung.

Eine wichtige Frage, die vorab zu klären war: Soll das Weblog weiterhin ein klassisches Weblog bleiben oder zu einem Magazin aufgewertet werden? Während klassische Weblogs auf der Startseite schon eine bestimmte Anzahl der letzten Artikel weitgehend in Volltextansicht anzeigen, bieten magazinartige Weblogs die Möglichkeit, Rubriken herauszubilden.

Inhaltlich wäre ein Magazin-Aufbau durchaus im Rahmen des Machbaren gewesen, da das Gerstelblog mit 10 bis 15 Artikeln im Monat und einer breiten Themenauswahl eine große inhaltliche Breite hat. Andererseits geht in Magazinen sehr schnell das „Chronologische“ verloren und damit auch ein Stück der Flexibilität. Magazin-Rubriken müssen regelmäßig mit neuen Inhalten bestückt werden, während eine themenübergreifende Berichterstattung am ehesten mit einer chronologischen Dramaturgie funktioniert, auch wenn letzteres auf Kosten der Verweildauer von Besuchern geht.

Theme-Adaption des V12-Themes.

Auch der Redesign sollte wieder auf Basis eines frei verfügbaren WordPress-Themes vorgenommen werden, was bei einem klassischen Blog inzwischen zu einer kleinen Herausforderung wird – Blog-Themes, die ihren Schwerpunkt auf ein klassisches Weblog setzen, sind rar geworden. Die Wahl fiel nach einer Auswahl daher auf das eher selten eingesetzte V12-Theme von Joby Joseph. Dieses Theme wird von seinem Entwickler regelmäßig gepflegt, ist für Ansichten auf kleineren Bildschirmen responsive angelegt, ist für internationale Sprachen vorbereitet und setzt moderne Javascript-Bibliotheken ein.

Aufgabe von netpla.net war es, das Theme auf die optischen Begebenheiten der aktuellen Corporate Identity von Opel anzupassen. Dazu gehört das Farbset von Opel und der CI-gerechte Einsatz der lizenzierten Opel-Schriftenfamilien. Ein Augenmerk musste dabei auch auf das Aussehen der bestehenden Artikel gerichtet werden, vor allem im Zusammenspiel mit WordPress-Plugins wie z.B. Lightbox. Zusätzlich wurde von netpla.net eine deutsche Übersetzungsdatei angefertigt, die gemäß den GPL-Richtlinien dem Projekt kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde und auf der obigen Theme-Website bei WordPress.org heruntergeladen werden kann.

Die Arbeiten wurden im laufenden Betrieb des Blogs durchgeführt und geschahen in einem Zeitrahmen von rund zwei Tagen.

Ein Eigenprojekt: PF-BITS

PF-BITS Mahlzeit!Ein neues Eigenprojekt ist bereits Anfang Juli unter dem Namen PF-BITS Mahlzeit! gestartet. Mit diesem kleinen Projekt wird eine klaffende Lücke in der Pforzheimer Dienstleistungswelt gestopft, die oft genug auch mich plagte – was kann man heute Mittag vernünftiges in Pforzheim essen? Viele Gastronomen bieten einen täglichen Mittagstisch und Tagesangebote an, allerdings fehlt es, so wie in vielen Regionen, an einer für Besucher und Wirte gleichermaßen funktionalen Plattform zur Werbung.

Technisch realisiert ist PF-BITS Mahlzeit! auf einer normalen WordPress-Installation (Multiuser), das zu diesem Zweck von mir um ein eigenes Dokumentenformat und einem eigenen Eingabeformular ergänzt wurde. Das ermöglicht die Dateneingabe über das normale WordPress-Dashboard und über eine weitgehend intuitiv zu bedienende Oberfläche. Diese Oberfläche ist vollständig kompatibel zum wordpress-eigenen Berechtigungssystem, so dass die Dateneingabe auch direkt von Wirten und Restaurantbetreibern ohne große Computer- und/oder WordPress-Kenntnisse vorgenommen werden kann.

Der Großteil der Anzeigenlogik passiert im Hintergrund. Teilnehmende Gaststätten geben lediglich ihren Wochenplan für die gewünschten Wochen ein. Mehrere Scripte erzeugen dann aus allen verfügbaren Wochenplänen eine tägliche Übersicht, die automatisch morgens erstellt und veröffentlicht wird, im gleichen Moment dann auch über den Twitter- und Facebook-Kanal von PF-BITS zur Verfügung steht.

Die Übersicht auf PF-BITS Mahlzeit! berücksichtigt dabei auch Änderungen in letzter Minute; muss ein Wirt kurzfristig sein Wochenangebot umstellen oder gänzlich herausnehmen, so werden diese Änderungen sofort berücksichtigt.

Das Aussehen der Website basiert auf das öffentlich verfügbare WordPress-Theme Confit von WordPress.com, das lediglich um einige Funktionen ergänzt wurde, weiterhin aber vollständig aktualisierbar bleibt, ebenso wie übrigens auch die WordPress-Basisinstallation.

Betrieben wird PF-BITS Mahlzeit! vorerst für Wirte und selbstverständlich auch für Besucher kostenlos. Die hinter PF-BITS Mahlzeit! stehenden Programme und Module werden ständig weiterentwickelt und in erweiterter Form auch als lizenzierbare Version für Publizisten in anderen Regionen angeboten.

Wem gehören eigentlich Ihre Inhalte?

Die etwas ketzerische Frage, die sich im Titel verbirgt, werden Sie wohl sehr eindeutig beantworten: Ihnen natürlich. Sie haben für viel Geld eine Website entwickeln lassen, lassen die Website von Ihrem Web-Entwickler hosten und alles ist gut. Nur: Was, wenn es nicht mehr so gut läuft und Sie vielleicht kündigen wollen oder müssen?

Selbst gehostet ist der Königsweg.

Webhosting kostet heutzutage ein Bruchteil dessen, was beispielsweise das Telefonieren kostet. Gerade bei zusätzlich eingesetzten Internet-Diensten wie beispielsweise E-Mail mit der eigenen Domain, ist das Hosting von Domain und Website auf einem eigenen Webhosting-Account die bessere Wahl. Sie sind bei allem, was Sie mit Domains, E-Mail und Ihrer Website tun, flexibel und unabhängig.

Gute Web- und EDV-Dienstleister erkennen Sie daran, dass sie so einer Vorgabe aufgeschlossen entgegenstehen und Sie nicht dazu überreden werden, das Hosting lieber über den Dienstleister abzuwickeln.

Allgemein verfügbares Redaktionssystem oder eigenprogrammierte Lösung?

Kurzum: Für die allermeisten Fälle ist eine durch einen Dienstleister eigenprogrammierte und proprietäre Lösung als Redaktionssystem unnötig. Es gibt inzwischen für alle gängigen Server-Betriebssysteme eine Vielzahl an frei verfügbaren Redaktionssystemen, die allen Anforderungen genügen können, selbst bis zu Websites mit sehr hohen Benutzerzahlen.

Der Vorteil eines allgemein verfügbaren Redaktionssystems wie WordPress liegt auf der Hand: Sie haben als technische Basis eine Software im Einsatz, die nicht nur Ihr jetziger Dienstleister versteht, sondern viele andere auch. Das macht Web-Lösungen grundsätzlich einfacher, weil es üblicherweise schon eine Vielzahl an zusätzlichen Modulen für das Redaktionssystem gibt und Sie unabhängiger von Ihrem Web-Dienstleister.

Wenn Ihr Web-Dienstleister die Nutzung einer selbstprogrammierten Lösung unbedingt vorziehen will, sollten Sie sich das gut begründet lassen und auch durchaus eine weitere Meinung dazu einholen. Die Gefahr, dass eine selbstprogrammierte Lösung zwar von außen gesehen gut aussieht, dann aber eine derartige Einbahnstraße ist, dass jegliche Erweiterung teuer programmiert werden muss, ist sehr hoch. Dazu kommt, dass selbstprogrammierte Lösungen selten einheitliche Schnittstellen für den Export von Daten haben und der Wegzug von so einer Lösung in der Regel eine vollständige Neuentwicklung der Website erfordert.

Wenn ein neuer Dienstleister das bisher verwendete Redaktionssystem nicht übernehmen will – warum eigentlich?

Fragen Sie ruhig offen einen potentiellen Dienstleister über die Gründe, wenn dieser Ihnen bei einer eventuellen Übernahme Ihrer bestehenden Website von Ihrem bisher genutzten Redaktionssystem abrät und Ihnen ein anderes System empfiehlt. Nichts passiert ohne Grund und es ist Ihr gutes Recht als Kunde, diese Gründe vor der Auftragserteilung zu erfahren und zwar detailiert! Windet sich der Dienstleister, ist er nicht der Richtige für Sie. Punkt.

Ich möchte keinesfalls Dienstleistern und potentiellen Wettbewerbern schlechte Absichten unterstellen, wenn Ihnen der Umstieg auf ein anderes Redaktionssystem vorgeschlagen wird. Ein guter Dienstleister wird Ihnen aber ausführlich die Gründe dazu benennen und Sie auch über eventuelle Lizenz- und Folgekosten nicht im Unklaren lassen.

Software braucht Pflege – auch Open-Source.

Viele Redaktionssysteme liegen als Open Source vor – der Einsatz der Basissoftware ist also lizenzfrei möglich. Kostenlose Software heißt jedoch nicht, dass sie auch ewig funktioniert, denn auch Open-Source-Produkte werden weitergepflegt und entwickelt.

Wenn Sie also für Ihre Website ein Open-Source-Redaktionssystem wie beispielsweise WordPress oder Typo 3 verwenden, dann berücksichtigen Sie, dass diese Software regelmäßig aktualisiert werden muss. Auch hier wird ein guter Web-Dienstleister Vorsorge dafür tragen und Ihnen schon bei seinem Angebot für die Entwicklung oder Übernahme einer Website mitteilen, was eine Softwarepflege des Redaktionssystems, auf der die Website aufgebaut ist, genau kostet. Üblicherweise bieten Web-Dienstleister das je nach Version an oder wickeln diese Tätigkeiten mit einer jährlichen Pauschale ab, in der Erfahrungswerte über die Häufigkeit von Aktualisierungen einbezogen sind. Auch an dieser Stelle wird ein guter Web-Dienstleister gern bereit sein, über den Sinn und den Inhalt solcher Update-Dienstleistungen zu sprechen.

Es muss übrigens nicht schlecht sein, wenn Ihnen ein Web-Dienstleister keine Update-Dienstleistungen unterbreitet und die Aktualisierung des Redaktionssystems Ihrer Website kulanterweise nicht berechnet. Es sollte aber gerade dann auf eine vertragliche Fixierung von Updates bestanden werden, um Updates nicht zu einer freiwilligen Leistung verkommen zu lassen, auf die der Dienstleister im schlechtesten Falle zukünftig dann vielleicht keinen Wert mehr legt.

Wichtig ist: Update-Dienstleistungen müssen vom Dienstleister dokumentiert werden. Sie bezahlen für eine Dienstleistung, die letztlich auch für die Sicherheit Ihrer Website von Belang ist und im Gegenzug haben Sie das Recht, über die Arbeiten informiert zu werden.

Was tun im Ernstfall?

Jeder Rat ist gut und teuer und oftmals bezahlen Kunden ihre Website ganz am Ende nochmal – wenn sie nämlich kündigen wollen und der bisherige Dienstleister für die Evakuierung der alten Website und den Export von Daten viel Geld verlangt.

Was Sie jetzt nicht erwarten dürfen ist, dass Ihr eventuell neuer Web-Dienstleister alles für Sie übernehmen soll, inklusive Diskussionen mit Ihrem bisherigen Dienstleister. Üblicherweise sind Streitigkeiten über eine nicht funktionierende Übergabe von Daten und erstellter Software (eine Website ist nichts anderes) vertragliche Angelegenheiten, die Sie als Alt-Kunde mit Ihrem Alt-Dienstleister klären müssen, im Ernstfall auch mit Hilfe juristischer Unterstützung Ihres Anwalts.

Das einzige, was Ihr neuer Dienstleister leisten kann, ist ein vollständiges Abbild Ihrer jetzigen Website, allerdings normalerweise ohne ein Abbild des Redaktionssystems dahinter. Bei einem exotischen Redaktionssystem oder einer von einem bisherigen Dienstleister selbstprogrammierten Lösung wird ein Relaunch so oder so umfangreicher, als bei der Übernahme einer Website mit einem allgemein verfügbaren Redaktionssystem.

Erste Hilfe bei „Shitstorms“ auf der eigenen Facebook-Seite.

Social Networks haben mit so genannten Shitstorms eine neuartig wirkende Form von Empörungswellen an den Tag gebracht. Tatsächlich sind Empörungswellen nichts wirklich fundamental neues, sondern erleben durch Social Networks eine erstaunliche Renaissance. Tatsächlich lebt die Empörung einer größeren Menschengruppe von der gegenseitigen Aufstachelung, die allerdings in einem Social Network durch die dortige Echtzeit der Kommunikation um ein Vielfaches gesteigert wirken kann. Viel materielles geht dabei zwar nicht kaputt, allerdings sind auch die immateriellen Schäden durch Reputationsverluste mitunter geschäftsschädigend, binden aber auf jeden Fall eine Menge Zeit und Personalkapazitäten.

Gefragt ist bei Shitstorms daher eine funktionale und vor allem schnell einsetzende Krisenkommunikation. Je länger abgewartet und untätig zugeschaut wird, desto ernsthafter sind die Folgeschäden.

Schotten dicht!

Im ersten und wichtigsten Schritt müssen Sie zunächst den Bereich Ihrer Facebook-Seite schützen, den Sie inhaltlich am wenigsten steuern können – die Möglichkeit der Bewertung Ihres Unternehmens. Facebook bietet nach wie vor keine Möglichkeiten zur Löschung unliebsamer Bewertungen. Es gibt lediglich die Möglichkeit, eine negative Bewertung zu melden, allerdings ist die Reaktionsquote von Seiten Facebooks extrem minimal, selbst bei unsachlichen oder gar strafrechtlich relevanten Bewertungen. Ist Ihre Facebook-Seite schon inmitten einer Empörungswelle, ist das Melden von unliebsamen Bewertungen aber meist schon aufgrund der schieren Menge an Bewertungen kaum noch in den Griff zu bekommen.

Ärgerlicherweise ist die Bewertungsfunktion bei bestimmten Seitenkategorien immer aktiv und lässt sich, so lange die Facebook-Seite in der Kategorie verbleibt, auch nicht abschalten. Das ist beispielsweise bei allen Kategorien als Unternehmen oder Ladengeschäft so. Sie haben als Seitenbetreiber jedoch die Möglichkeit, eine Facebook-Seite vorübergehend einer anderen Kategorie zuzuweisen. Wenn Sie beispielsweise in den Einstellungen der Facebook-Seite die Kategorie „Produkt/Dienstleistungen“ auswählen, ist ab dem Speichern dieser Kategorie die Bewertungsfunktionalität komplett abgeschaltet und auch nicht mehr sichtbar.

Wichtig dabei ist: Sie müssen schnell sein! Seien Sie lieber etwas voreilig, als noch eine Nacht darüber zu schlafen. Haben Sie beispielsweise zehn „sauer verdiente“ 5-Sterne-Bewertungen vorzuweisen, können zehn über Nacht dahergewütete 1-Sterne-Bewertung Ihre jahrelange Arbeit auf einen Schlag zunichte machen und Ihre Gesamtbewertung nachhaltig herunterdrücken.

Veröffentlichen Sie ein Statement als Blitzableiter.

Der nächste Schritt der Krisenkommunikation sollte ein offizielles Statement des Unternehmens sein, das Sie auf Ihrer Facebook-Seite veröffentlichen. Legen Sie darin die Haltung Ihres Unternehmens zum Kern des Sachverhaltes dar. Halten Sie sich dabei an die Fakten und schreiben Sie in einer sachlichen, deeskalierenden Sprache. Lassen Sie Ihr Statement vorab auch von Mitarbeitern und Kollegen gegenlesen, denn von diesem Statement hängt wesentlich dessen Aufgabe ab: Er muss der wirksame Blitzableiter sein, den Sie gut und sichtbar positionieren. Heften Sie dieses Statement daher ruhig auch als Top-Nachricht ganz nach oben, damit man vorübergehend richtiggehend darüber stolpern muss.

Üblicherweise steigern sich Empörungswellen steil, meist aufgeputscht in einschlägigen Foren und Gruppen durch Interaktion von Gesinnungsgenossen. Den Höhepunkt so einer Welle stellt der verbale Ausbruch dar, in dem, meist gemeinsam und zeitlich sehr nahe aufeinander, auf der gehassten Facebook-Seite Ausdrücke des Missfallens gepostet werden.

Üblicherweise sucht sich diese blinde Wut ein schnelles Opfer und das sollte am besten Ihr Statement sein. Lassen Sie es daher zu, dass dieses Statement wild kommentiert wird und seien Sie bei der Bewertung der Kommentare nachsichtig, auch wenn die Kommentare gegen Ihren ansonsten durchgesetzten Verhaltenskodex verstoßen. Beantworten Sie unsachliche Hasskommentare lediglich dann, wenn sich darin gänzlich falsche Fakten finden. Lediglich strafrechtlich relevante Kommentare sollten Sie nach Ihren üblichen Bewertungsmaßstäben ahnden.

Inhaltlich argumentieren, nicht agitieren!

In allen Reaktionen Ihres Unternehmens in der Krise gilt jedoch der Grundsatz: Kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen und das muss für alle Kollegen und Mitarbeiter genau so gelten! Auch für Mitarbeiter, die nicht direkt zu Ihrem Social-Media-Team gehören, sich aber eventuell berufen sehen, moralisch ihrem Unternehmen auf Ihrer Facebook-Seite helfen zu wollen. Informieren Sie gegebenenfalls Ihre Mitarbeiter in einem internen Memorandum, dass von Kommentaren auf der unternehmenseigenen Facebook-Seite vorübergehend Abstand genommen werden sollte. Erwähnen Sie dabei ruhig auch, dass sich bereits Ihr Social-Media-Team bereits um eine angemessene Reaktion kümmert.

Wichtig ist auch hier: Vermeiden Sie auch in der internen Kommunikation jegliche offensive Begrifflichkeiten und erläutern Sie Ihren Mitarbeitern sachlich die Haltung des Unternehmens. Auch interne Memos finden mitunter einen Weg nach außen in die Öffentlichkeit und können bei falscher Wortwahl weiteren Schaden auslösen.

Gras wachsen lassen.

Führen Sie bei Empörungswellen ruhig mengenmäßig Buch, was durch Ankündigung von neuen Kommentaren via E-Mail recht einfach ist. Zählen Sie, wie viele Hasskommentare weiterhin auf der Facebook-Seite auflaufen. Empörungswellen ebben in der Regel nach wenigen Tagen vollständig wieder ab, können aber durch viele Begebenheiten auch durchaus einige Wochen andauern, wenn beispielsweise die ursprüngliche Nachricht, die die Empörung ausgelöst hat, durch weitere Foren und Gruppen durchgereicht wird.

Gras wächst bekanntlicherweise über jede Sache, aber die Kunst dabei ist, dem Gras Zeit zu lassen und auch Ihre Facebook-Seite nur Schritt für Schritt wieder aus dem Krisenmodus zu nehmen. Sind Sie mehrere Tage „hasskommentarfrei“, können Sie Ihr Blitzableiter-Statement wieder aus seiner Position als Top-Nachricht befreien (jedoch nicht löschen) und langsam wieder mit einem möglichst unverfänglichen, aber keinesfalls themenverwandten Postings anfangen. Achten Sie auch hier ständig auf die Reaktionen in Form von Kommentaren. Bekommen Sie weiterhin auch auf neuere Postings Hasskommentare, sind Sie noch nicht soweit. Sie sollten auch jederzeit bereit sein, Ihr Blitzableiter-Statement wieder als Top-Nachricht hervorzuholen und vorübergehend wieder an den Start der Facebook-Seite zu heften.

Erst nach mehreren Wochen (!) vollständig hasskommentarfreier Zeit sollten Sie wieder darüber nachdenken, im letzten Schritt auch wieder die Seitenkategorie zu ändern und damit wieder Bewertungen zuzulassen.

Löschen oder nicht löschen?

Bewertungen Ihrer Facebook-Seite können Sie zwar nicht löschen, aber dafür Ihre Postings auf Ihrer Facebook-Seite und damit auch alle darunter befindlichen Kommentare. Es ist naheliegend, dass man das auch liebend gern zumindest mit dem Blitzableiter-Statement machen würde. Es nimmt Ihnen sicher keiner übel, wenn Sie das tun, allerdings hilft Ihnen diese Befriedigung auch nicht sonderlich bei der Nacharbeit. Was in der Vergangenheit auf Ihrer Facebook-Seite passiert ist, interessiert niemanden. Wenn Sie sich dazu entschließen, Artikel und damit auch die darunter befindlichen Kommentare zu löschen, sollten Sie unbedingt vor der Löschung beweiskräftige Screenshots und/oder Ausdrucke anfertigen, inklusive Namen und Profilbilder der Kommentatoren. Sicher ist sicher, falls es zu rechtlichen Nachspielen kommt.

Anders verhält es sich mit einer eventuell verschlechterten Gesamtbewertung durch negative Bewertungen. Diese können Sie selbst nicht löschen und Sie sollten auch die Finger davon lassen, die Autoren von negativen Bewertungen anzuschreiben, zumindest wenn diese im Rahmen einer Empörungswelle entstanden sind. Diese Bewertungen werden Sie üblicherweise nicht mehr los und Sie stehen da lediglich vor der Wahl, entweder Ihre Facebook-Seite weiterhin in einer Kategorie zu belassen, die die Bewertungsfunktion ausgeblendet lässt oder die Bewertungsfunktion wieder einzublenden und mit zukünftigen guten Kommentaren wieder an einer guten Gesamtbewertung zu arbeiten.

Letztes und gleichzeitig radikalstes Mittel ist die bewusste Löschung der gesamten Facebook-Seite, was jedoch bei Facebook-Seiten mit sehr vielen Fans ein gewaltiger Schritt wäre. Zu beachten ist bei diesem radikalen Schritt, dass bei der bewussten Löschung einer Facebook-Seite auch eine eventuell festgelegte Kurzadresse der Facebook-Seite ersatzlos verlorengeht und nicht mehr reaktiviert werden kann.

Sie haben Fragen oder sind inmitten eines Shitstorms und benötigen Rat + Tat? Kontaktieren Sie mich.

Weihnachtliche Grüße.

Weihnachten naht mit großen Schritten. Unsere Straßen sind weihnachtlich geschmückt und in den Städten herrscht der übliche Vorweihnachtsstreß vor – eine spannende Mischung aus der “Last” des Abarbeitens von Wunschlisten, der Vorfreude auf das Wiedersehen mit Familienangehörigen oder auf die leuchtenden Augen der Lieben beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke. Die friedlichste Zeit des Jahres steht vor der Türe.

Für viele Menschen hat der Begriff Frieden eine sehr elementare Bedeutung. Viele Flüchtlinge suchen bei uns Schutz und erleben oft das erste Mal nach sehr langer Zeit, was Frieden ist. Wir können uns – glücklicherweise! – kaum vorstellen, wie es ist, im Krieg zu leben und mit einer täglichen Angst um Leib und Leben umgehen zu müssen. Allein das “Was-wäre-wenn”-Gedankenspiel, wie sich solche Ängste anfühlen, ist äußerst schmerzhaft.

Eigentlich wollte ich dieses Jahr meine Tradition der Chilisaucen fortsetzen und Sie mit einer weiteren Flasche und dem “nächsten Level” in Sachen Schärfe versorgen. Im Sommer habe ich jedoch gesehen, wie zwei Menschen aus meinem Freundeskreis in München Flüchtlingen am dortigen Hauptbahnhof selbstlos über Wochen hinweg geholfen haben. Ich habe daher beschlossen, dieses Jahr auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten und stattdessen eine Spende an diesen Verein anzuweisen, die bereits im November aufgrund eines dringenden Spendenaufrufes für akute Hilfsmaßnahmen auf der griechischen Insel Lesbos erfolgte.

Nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Dennoch können wir alle mit kleinen Schritten Großes bewirken. Barmherzigkeit ist, wie die Wikipedia schreibt, eine “Eigenschaft des menschlichen Charakters” und darüber hinaus in allen Kulturen und Religionen eine der wichtigsten Pflichten. Unsere Offenheit gegenüber Menschen in Not und unsere Hilfsbereitschaft auf allen Ebenen der Gesellschaft stehen uns gut.

Ich möchte mich sehr für die Zusammenarbeit in diesem Jahr bedanken und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute für das kommende Jahr 2016.

Vortragsfolien zum Startup Slam Pforzheim.

Zum heutigen Startup Slam (ab 14 Uhr im Innotec Pforzheim) spende ich auf Bitte von Startup-Pforzheim-Organisator Friedel Völker einen Impulsvortrag mit „Do’s und Don’ts für Gründer“. Ein „Impuls“ ist das auch für mich, denn es ist der erste zu haltende Vortrag mit nur zehn Minuten Länge. Im Schnelldurchlauf funktionierte es immerhin 9 Minuten und 48 Sekunden.

Zur Dokumentation gibt es die Folien hier als PDF-Datei in geschmeidigen 33 Kilobytes zum Herunterladen:

Außenwerbung für das Autohaus Gerstel.

Inzwischen zum dritten Mal stellt das Autohaus Gerstel ein Fahrzeug auf dem jährlich stattfindenden Oechslefest aus. Das Oechslefest feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum und gehört zu den größten Weinfesten im süddeutschen Raum. Rund 250.000 regionale und überregionale Besucher werden auch in diesem Jahr an den insgesamt 17 Tagen des Festes erwartet. Ein attraktives Umfeld für die Präsentation eines Fahrzeugs.

Der Opel Mokka als Evergreen.

Der Opel Mokka ist auch in seinem vierten Produktionsjahr einer der volumenstärksten Opel-Modelle und gehört in seinem Segment der Crossover-Fahrzeugen (Mischung aus Gelände- und Straßenfahrzeugen) zu den preiswertesten und attraktivsten Vertretern. Vom Autohaus Gerstel gab es für das dritte Jahr der Fahrzeugpräsentation auf dem Oechslefest die Vorgabe, dass nach zweimaliger Ausstellung des Opel ADAM nunmehr ein Opel Mokka wirkungsvoll präsentiert werden soll.

Präsentiert wird der Opel Mokka als Vorführwagen mit der Ableitung seines Namens. Der Mokka ist eine anspruchsvolle Kaffeezubereitungsart, die besonders edle und charaktervolle Kaffeemischungen voraussetzt. Nur die besten Kaffeebohnen sind es wert, in hochwertigen Mokka-Mischungen verarbeitet zu werden. Der von mir entwickelte Slogan „Jede einzelne Bohne wert“, der bereits auf früheren Mokka-Vorführfahrzeugen des Autohaus Gerstel foliert wurde, führt diesen Gedankengang weiter.

Außenpräsentation des Opel Mokka für das Autohaus Gerstel auf dem Oechslefest 2015

Die optische Signalisierung erfolgt naheliegend mit stilisierten Kaffeebohnen, die auf das gesamte Fahrzeug aufgeklebt sind und sowohl Slogan, als auch Logo des Autohauses einrahmen. Zusammen mit der Unruhe der zufällig aufgeklebten Kaffeebohnen hat das Fahrzeug einen „safari-artigen“, fast schon verwegen wirkenden Charakter, der sehr gut zum Autohaus Gerstel und auch zur Automarke Opel passt. Unterstrichen wird das auch mit dem Einsatz der CI-Vorgaben von Opel und der Opel-Hausschrift.

Slogan auf dem Opel Mokka

Die technische Realisierung der Beklebung erfolgte durch das Pforzheimer Unternehmen Letter-World um Frank Leichtweis.

Begleitet wird die Präsentation – wie immer – mit dem Corporate Weblog des Autohauses und den weiteren Audienzen in den zusätzlichen Social-Media-Kanälen Twitter, Facebook und Google+. Hier zeigt sich die wahre Königsdisziplin von Social Media, indem hauseigene, relevante Mitteilungen sehr schnell und authentisch an mitlesende Zielgruppen verteilt werden kann. Dementsprechend überdurchschnittlich sind die Raten an Zusprüchen auf diese Beiträge.

Warum Wartungsverträge im Webhosting?

Die überwiegende Zahl meiner Kunden haben im Rahmen des Webhosting Ihrer Online-Anwendungen und -Präsenzen Wartungsverträge für die eingesetzte Software mit mir abgeschlossen.

Wartungsverträge als Investitionsschutz.

Gelegentlich stellt sich die Frage, warum ein Wartungsvertrag für Updates schon direkt bei der Installation einer Online-Anwendung abgeschlossen werden soll. Dazu muss die Anschaffung einer Website als das betrachtet werden, was sie betriebswirtschaftlich ist: Eine Investition. Und bei jeder betrieblich veranlassten Investition geht es darum, dass die Investition sich mit ihrer Zielsetzung rentiert und gleichzeitig der Wert der Investition erhalten bleibt.

Nun unterliegt Software zwar nicht einem Verschleiß, wie es bei einer physischen Maschine der Fall ist, aber Software unterliegt dem technischen Wandel; neue Funktionen werden entwickelt, entdeckte Fehler behoben. Der Lebenszyklus einer Softwareversion ist weit kürzer als das bei jeder physischen Maschine der Fall ist. Wird die Qualität einer Software nach subjektiven Maßstäben als schlecht bewertet, liegt es sehr häufig daran, dass eine veraltete Software nicht mehr dem heutigen technischen Stand entspricht. Niemand wird es beispielsweise in Frage stellen, dass mit dem Betriebssystem Windows 3.1, das Anfang der 1990er Jahre entwickelt wurde und damals zweifellos als aktuelles und zeitgemäßes Betriebssystem galt, heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.

Open-Source-Software ist gut. Und wird immer besser.

Von mir empfohlene und für Kundenprojekte eingesetzte Softwareprodukte wie WordPress, DokuWiki, Piwik etc. sind Open-Source-Software. Sie sind grundsätzlich kostenlos einsetzbare Produkte, die von Entwicklergemeinschaften gepflegt und weiterentwickelt werden. Open Source bedeutet hierbei keinesfalls, dass es sich um reine „Hobbysoftware“ handelt, die gegenüber kommerzieller Software in puncto Qualität und Zuverlässigkeit im Nachteil wäre.

Meist ist genau das Gegenteil der Fall: Weiterentwicklungen in Open-Source-Projekten unterliegen nicht den Zwängen, damit eine Überlegenheit einer zukünftigen Version zum Zwecke des Kaufanreizes zu schaffen. Und häufige Updates zur Softwarepflege sagen auch verhältnismäßig wenig über die tatsächliche Softwarequalität aus, sondern zeigen in erster Linie, dass eine Software auch regelmäßig gepflegt wird. Weitere Indikatoren für gute Software ist deren Akzeptanz bei Anwendern und Entwicklern.

Die Wartung als Versicherung.

Erstaunlicherweise gibt es über den Sinn von Wartungsverträgen in anderen Szenarien fast gar keine Diskussionen, beispielsweise beim Fuhrpark. Auch wenn ein Auto gut behandelt wird, ist ein mindestens jährlicher Ölwechsel obligatorisch und ein späterer Verkauf ist deutlich rentabler, wenn das Auto „scheckheftgepflegt“ ist, also regelmäßig von einer Fachwerkstatt gewartet ist. Prinzipiell ist ein Wartungsvertrag für eine Software nichts anderes und hat genau den gleichen Zweck.

Einen Wartungsvertrag als Versicherung anzusehen, kommt dem Sinn und Zweck am nächsten. Sie müssen sich um den technischen Zustand Ihrer Softwareinvestition nicht kümmern, denn von meiner Seite werden neu erscheinende Softwareupdates geprüft und zeitnah installiert, ohne dass Sie dies einzeln beauftragen müssen. Das Redaktionssystem Ihrer Website, Ihr Wiki, Ihre Webanalysesoftware, Ihr Online-Cloud-Anwendung oder die individuelle Lösung, die ich mit Ihnen umgesetzt habe, ist mit einem Wartungsvertrag auch in Zukunft auf aktuellem Stand und zeitgemäß.

Trauerarbeit im Corporate Weblog.

Im Gerstelblog, dem Corporate Weblog meines Kunden Gerstel, hatten wir in den letzten Tagen eine ambivalente Arbeit zu tun: Das Schreiben eines Nachrufes auf den Seniorchef und damit auch die Frage, ob und wie Trauerarbeit eigentlich in sozialen Netzwerken geschehen soll.

Trauer ist sehr persönlich.

Konfessionsübergreifend ist Trauer eine sehr persönliche, eine sehr menschliche Angelegenheit. Spätestens dann wird Trauer zur Trauerarbeit, wenn es darum geht, den richtigen Weg zur Vermeldung des Sterbefalles zu wählen. Das ist gerade für ein Unternehmen obligatorisch, denn neben dem Verlust eines Menschen geht es hier auch um die Unternehmenszukunft.

Ein Unternehmen, das eine Führungsperson verliert, muss in seiner Trauerbotschaft auch vermitteln, dass die Weiterführung der Unternehmensgeschäfte gesichert ist. Jegliche Mehrdeutigkeit ist gefährlich, denn es könnte Kunden zur Einschätzung führen, dass das Unternehmen nun möglicherweise führungslos sein könnte. Selbst nach einem vollzogenen Generationenwechsel ist potentiell Raum für solche Gerüchte, die sich am ehesten nur mit einer frühzeitigen und klaren Ansage vermeiden lassen.

Trauer in Medien ist öffentlich.

Was sich in der Überschrift zu diesem Absatz zunächst anachronistisch liest, ist leider in vielen tatsächlich existierenden Lebensumständen von Unternehmen ein echtes Thema. Während bei einer Todesanzeige in einer Zeitung niemand darüber zweifelt, dass so eine Annoncierung öffentlich ist, wird die Frage, ob ein Sterbefall in der Belegschaft in der Unternehmenskommunikation veröffentlicht werden soll, deutlich zurückhaltender beantwortet. Das ist insofern in Ordnung, so lange es sich nicht um eine sehr wichtige Person des Unternehmens handelt.

Üblicherweise sind Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte wichtige Personen und zumindest bei diesen Personengruppen ist in einer modernen Unternehmenskommunikation die Vermeldung eines Todesfalles und die Nachfolgeregelung über die üblichen Kommunikationskanäle ein richtiger Weg.

Trauerarbeit in sozialen Netzwerken.

Soziale Netzwerke leben in vielen Unternehmen mit dem Grundgedanken, vor allem ein positives Bild von Unternehmen oder Produkt zu vermitteln. Dem gegenüber stehen freilich ernstere Themen, die im Zweifelsfall lieber nicht über diese Kanäle kommuniziert werden. Das ist sicherlich nicht völlig falsch, aber auch nicht besonders offen.

Grundsätzlich kommunizierbar sind ernstere Themen über Social-Media-Kanäle, die mit einem offiziellen Charakter modelliert sind und vor allem für reine Unternehmenskommunikation genutzt werden. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass nicht jeder Kanal getrennt mit der zu übermittelnden Nachricht bespielt wird, um eine ernste Nachricht auch mit gebotener Würde zu vermitteln. Gerade bei persönlichen Lebensumständen wie eben einem Todesfall ist besonders darauf zu achten, denn es lesen ja auch Kollegen, Kunden und Familienangehörige der verstorbenen Person mit.

Der gangbarste Weg ist eine Pressemitteilung, die dann auf der Website des Unternehmens veröffentlicht wird und gleichzeitig in sozialen Netzwerken mit einem kurzen Hinweis verlinkt wird. Das erzeugt wenig Raum für Spekulationen und bündelt gleichzeitig den Rückkanal auf die Unternehmenskommunikation bzw. den/die Ersteller der Pressemitteilung.

Trauerarbeit im Corporate Weblog.

Trauer in einem Corporate Weblog kann (muss es aber ausdrücklich nicht) darüber hinausgehen und auch eine persönlichere Botschaft des Unternehmens oder des Autoren übermitteln. Hier geht dann die rein sachliche Mitteilung eines Sterbefalles über in einen Nachruf. Zusammen mit einem Foto lässt sich so ein genau der Persönlichkeit des Verstorbenen entsprechender, würdevoller Abschied formulieren.

Auch bei solchen Themen gilt: Einen Weblog-Artikel schreibt immer ein Mensch, keine Gruppe. Aus diesem Grund sollte auch ein Nachruf entweder von einer dem Verstorbenen nahestehenden Personen verfasst werden oder von einem anderen Mitarbeiter. Ein generischer Account oder gar der „Administrator“ sind hier als Verfasser absolut fehl am Platze. Möchte eine Gruppe von Personen einen persönlichen Nachruf unterzeichnen, dann soll sie genau das tun – die Namen der Personen, der Abteilung etc. am Ende des Artikels aufführen.

Der Würde des Verstorbenen entsprechend kann man das „Innehalten“ durch das Herausstellen der Nachricht oder einer Karenzzeit bis zur Veröffentlichung des nächsten, geplanten Weblog-Artikels unterstreichen. Nicht verkehrt ist es auch, einen zu veröffentlichenden Nachruf genauer als sonst üblich auf Fehler in Fakten der verstorbenen Person und auf Rechtschreibfehler zu überprüfen.

Kondolenzbuch – ja oder nein?

Ähnlich wie Gästebücher – meist eine echte Unsitte in einer professionellen Online-Präsenz – gibt es auch Online-Kondolenzbücher, in der sich, je nach Ernsthaftigkeit des Dienstes, Trauernde nicht nur eintragen können, sondern ihre Kondolenz auch in soziale Netzwerke sharen oder gar virtuelle Kerzen anzünden können.

Für all diese Spielereien gilt: Kann man machen, muss man aber nicht. Gerade soziale Netzwerke und auch Corporate Weblogs bringen von Hause aus Kommentarmöglichkeiten mit und wer persönlich kondolieren möchte, schreibt eine E-Mail an eine zu vereinbarende E-Mail-Adresse (die man am Ende eines Nachrufes dann nennen kann).

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